Nach E- und M- kommt T-Commerce
Was haben die Berliner Philharmoniker, Audi und Marks & Spencer gemeinsam? Sie haben ihren eigenen Kanal auf Samsungs Smart TV – und damit einen Direktzugang in die Wohnzimmer der technikaffinen Klientel, die ein solches TV-Gerät bereits ihr eigen nennt.
Samsung zählt zu den Innovationsführern in Sachen Smart TV und adressiert mit seinen neuen TV- Services vor allem Familien. Dabei geht es um viel mehr als um klassisches Fernsehen. Der Samsung-Fernseher übernimmt die Rolle des Diaprojektors und zeigt die Diashow vom letzten Urlaub. Er gibt via App den Fitnesstrainer, animiert Sportbegeisterte zum Mitmachen und prüft über seine integrierte TV-Kamera die korrekte Ausübung. Oder er spielt den Pädagogen und lässt Eltern kindgerechte Spiele und Anwendungen für ihren Nachwuchs auswählen und freischalten.
Wer es mit einem solchen abwechslungsreichen Angebot schafft, die private Abendgestaltung zu dominieren, weckt Begehrlichkeiten in Marketing- und Vertriebsabteilungen weltweit – und kann den Markt besetzen, bevor die Konkurrenz nachzieht. Samsung bietet daher jetzt gezielt großen Marken einen Platz im firmeneigenen App-Store. Audi.tv, die Berliner Philharmoniker oder der britische Händler Marks & Spencer testen das Angebot bereits. Viele weitere sollen bald folgen.
Das große Versprechen: Aus dem Programm in die Vertriebskanäle
In dem mit großen Hoffnungen erwarteten Milliardenmarkt des Zukunfts-Fernsehens hat sich der südkoreanische Konzern jedenfalls gut positioniert, bevor die große Konkurrenzwelle anschwappt. Samsungs junger App-Store kann sich sehen lassen. Die technische Entwicklung der Samsung-TV-Geräte verspricht weiteres Wachstum: Dual-Core-Prozessoren beschleunigen die neue Generation, so dass sich ohne Verzögerung zwischen Apps hin- und herschalten lässt oder im Internet surfen, während neue Anwendungen geladen werden.
Die Smart-TV-Fantasien erreichen inzwischen die Unternehmen. TV-Spot war gestern. Es scheint ausgemacht: Nach E- und M-Commerce heißt das nächste Buzzword T-Commerce. Denn T-Apps lassen sich mit dem laufenden Fernsehprogramm verbinden. Das heißt, aus dem Programm wandert der Zuschauer im Idealfall direkt in die Vertriebskanäle. Marks & Spencer meldete binnen wenigen Tage 10.000 Downloads. Noch ist die App nicht mit einer Einkaufsfunktion verbunden. Aber das, so hört man, sei wohl nur noch eine Frage von Monaten.
© CPWISSEN 05.02.2012 22:13






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