Es wulft nun also auch im Corporate Publishing
Der NDR hat vergangene Woche eine Geschichte um vermeintliche Kickback-Zahlungen beim früheren „magazin für Niedersachsen“ ausgegraben. Das Magazin begleitete die Amtszeit von Christian Wulf.
Demnach seien, so wird der Parteienrechtler Martin Morlok zitiert, "wesentliche Grundlagen unseres Parteienfinanzierungssystems nicht richtig beachtet" worden. Nicht nur, dass hohe Anzeigenpreise letztlich dem Zweck der indirekten Parteienfinanzierung gedient haben sollen, diese Form der Parteienspende sei angeblich auch noch voll steuerlich absetzbar gewesen (zum NDR-Beitrag).
Holger Löwe, Geschäftsführer von Corps, Düsseldorf, kommt die ganze Kickback-Geschichte seltsam vor. Er ist nah am Thema dran. Denn sein Unternehmen holte sich vor eineinhalb Jahren den Nachfolgeauftrag für Niedersachsens CDU-Magazin, jetzt unter dem Titel profil, – und suchte seither weitgehend vergeblich nach Anzeigenkunden für das viermal jährlich mit 52 Seiten erscheinende Heft. (Seitenpreis: 9.890 Euro). So vergeblich, dass Corps das Magazin 2011 freiwillig wieder abgab. Die November-Ausgabe war die letzte.
Ob die CDU damals selbst kalte Füße bekommen hatte und mit dem Einstieg von Corps dem Projekt einen soliden Anstrich verpassen wollte, oder ob die Geschichte um die Kickbacks nur einer wulfgetriebenen medialen Zwangsneurose geschuldet ist – wer weiß das so genau.
Ab Februar soll nun angeblich eine CDU-eigene Verlagsabteilung ran. Dann wird sich zeigen, ob diese dank besserer Kontakte wieder die Mäzenen aktivieren kann.
© CPWISSEN 30.01.2012 18:23







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