.: Technik
Ökologisch veredelt

Coop und Migros drucken jetzt mineralölfrei

Die Schweizer Einzelhändler Coop und Migros führen vor, wie man Kundenmagazinen nicht nur mit ökologisch einwandfreiem Papier, sondern auch mit umweltfreundlichen Druckfarben den grünen Anstrich verpasst - und eine Verunreinigung von Lebensmitteln über die Recyclingkette ausschließt.

Coop und Migros drucken jetzt mineralölfrei
Mineralöl raus: Vor allem bei Magazinen mit Millionenauflagen im Handel

Mineralölfreie Druckfarbene sind im Handel schon länger ein Thema. Vor allem seit klassische, mineralölhaltige Druckfarben in Lebensmitteln nachgewiessen wurden. Als Übertragungswege stehen Recyclingkartons am Pranger. Das verwendete Altpapier, vor allem Zeitungen, beinhaltet Mineralöl, das zur Trocknung der Farben eingesetzt wird. 

"Grüne" Händler sind starke Händler
Kundenmagazine sind, solange man nicht seinen Salat darin einpackt, zwar unbedenklich, können aber über die Recyclingkette letztlich ebenfalls Lebensmittel kontaminieren. Coop und Migros wollen nun, auf dieses Thema sensibilisiert, das Mineralöl heraus- und das "grüne" Händlerimage hereinholen. Bei mineralölfreien Druckfarben wird Mineralöl durch pflanzliches Öl ersetzt. 

Coop hat zunächst eine Teilauflage seiner Coop-Zeitung - 500.000 Exemplare von insgesamt 1,7 Millionen - mit mineralölfreien Zeitungsdruckfarben hergestellt. Auch Migros testet mineralölfreie Farben in einer Teilauflage des Migros-Magazins. Coop Partner bei der Umsetzung waren die Druckerei Die Zeitungsdrucker Schweiz AG, der Druckfarbenhersteller Stehlin + Hostag AG  und die Papierfabrik Utzensdorf. In mehreren Testläufen seit Juni 2011 seien, so Coop, die gefunden Lösungen erprobt worden. Dabei habe sich gezeigt, dass Zeitungen in Großauflagen mit vorhandener Technik leicht mit den Ökofarben gedruckt werden können.

In Deutschland dürfte man sich derweil nur wundern. Noch im März 2011 verkündete die Fachgruppe Druckfarben im Verband der deutschen Lack- und Druckfarbenindustrie e.V., Frankfurt: "Mineralölfreie Zeitungsdruckfarben sind prinzipiell machbar, aufgrund mangelnder Nachfrage jedoch aktuell am Markt nicht verfügbar." Zugleich wird der Ruf nach dem Gesetzgeber laut, der zunächst verlässliche Rahmenbedingungen festlegen möge. 

Der frühe Vogel fängt den Wurm: Im Marketing der deutschen Druckfarbenindustrie scheint das noch nicht angekommen zu sein, aber auch nicht bei Deutschlands Händlern. 

© CPWISSEN 21.11.2011 10:38

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Diskutieren Sie über diesen Artikel

Robert Dörffel / hubergroup meint am 30.01.2012 - 13:36 Uhr

Die Stehlin+Hostag AG ist als Schweizer Druckfarbenhersteller Teil der hubergroup, die sowohl in Deutschland als auch im Rest der Welt ihre Produkte anbietet. Die Farben, die für dieses Projekt eingesetzt wurden, sind natürlich auch in Deutschland verfügbar und werden von der Hostmann-Steinberg GmbH und der Michael Huber München GmbH auf Bestellung gerne geliefert. In Deutschland sind viele Schritte zur Entwicklung dieses Produkts erfolgt. Somit ist der Schlusssatz leider falsch und stellt die Druckfarbenindustrie Deutschlands in einem ganz falschen Licht dar.
Ich bitte die Leser und Autoren dieses Artikels um Berücksichtigung der fehlenden Information und um eine Revidierung der falschen Ableitung. Danke.

Hans meint am 24.01.2012 - 21:08 Uhr

Zu dieser Leistung kann man Ihnen nur gratulieren. Während in Deutschland nur diskutiert und von Seiten der Verlage und Druckereien gemauert wird, haben Sie sich des Problems angenommen und gezeigt, dass es eine technische Lösung gibt, die offensichtlich auch noch finanzierbar ist.

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